Twittern, Bloggen, Networken – Wo findet das Web 2.0 für (angehende) Immobilien Profis / Makler statt?

 

Twittern, Bloggen, Networken – Wo findet das Web 2.0 fuer (angehende) Immobilien Profis und Makler statt?

Über meinen Fachbeitrag bin ich gerade beim klar Schiff machen gestolpert und möchte ihn zur Diskussion stellen – denn seit dem ich ihn geschrieben habe, ist nicht wirklich viel passiert, oder wie sehr ihr das?

Twitter, Facebook, Xing und youTube: diese neuen Kommunikations- und Interaktionsplattformen im Web 2.0 – zusammengefasst unter der Bezeichnung „Social Media“ –, sind in Deutschland in aller Munde. Auch in der Immobilienbranche. Doch zwischen dem gesteigerten Interesse und den tatsächlichen Strategien und Aktivitäten im neuen „Mitmach-Netz“ liegen – zumindest in Deutschland – noch Welten. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern – und erst recht im Vergleich zur USA –, zögern die Deutschen generell bei den „sozialen Medien“ – da machen Immobilienprofis keine Ausnahme.

Deutsche User hinken bei ihren Social-Media-Aktivitäten ihren europäischen Nachbarn hinterher, wie beispielsweise eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens Forrester Research zeigt („Europeans’ Social Networking Use Accelerates“ // www.forrester.com). So ist der Anteil der „Inaktiven“, also die Internet-Nutzer, die sich nicht an Social Media beteiligen, in Deutschland mit 50 Prozent am höchsten in Europa. Der deutsche Internetmarkt übernimmt Online-Trends generell langsamer, was auch an der Technologie und der Sprache liege. In Deutschland warten die User teilweise noch darauf, dass englischsprachige Social Media Dienste mit deutscher Übersetzung auf den Markt kommen. Exemplarisch für die unüberschaubaren Social Media Tools werfen wir einen Blick auf die weltweit am schnellsten wachsende Community Twitter . Auch hier halten sich die Deutschen mit geschätzten 100.000 Nutzern gegenüber den geschätzten 8-10 Millionen Usern weltweit zurück. Man kann zwar deutsche Kurzbeiträge mit maximal 140 Zeichen, die so genannten „Tweets“ verfassen, aber der Dienst selbst ist noch nicht in deutscher Sprache im Netz. Dennoch nutzen immer mehr Deutsche den Microblogging Dienst. Wirft man einen Blick auf die deutsche Twitter-Gemeinde, wie sieht der durchschnittliche Twitterat in Deutschland aus? Jung (32 Jahre), männlich (74%) und gebildet (78% haben Abitur). Zwei von drei betreiben einen eigenen Blog und schreiben über Web 2.0-Themen oder Privates. Jeder Vierte ist Führungskraft oder Unternehmer! Und die meisten (83%) schreiben hauptsächlich auf deutsch, wie bereits „Die Deutsche Twitterumfrage 1.0“ belegte.

Immer noch großer Nachholbedarf deutscher Immobilien-Unternehmen und Immobilien Makler bei Social Media und Digitalisierung

Trotz relativer Zurückhaltung ist immerhin die Hälfte aller deutschen Internetnutzer bereits im Social Web aktiv – und somit kann sich kein Makler, kein Immobilien-Unternehmer und keine Vertriebsorganisation erlauben, das „Mitmach-Netz“ einfach zu ignorieren. Gerade unter den jungen Konsumenten nutzt eine große Mehrheit bereits Social Media – zum Austausch, aber auch zur Information über Marken, Produkte, Dienste. Wer noch keine Social Media Communications Strategie hat, sollte eine solche dringend entwickeln. Denn es handelt sich bei diesen so genannten „digital natives“, also die junge Generation, die wie selbstverständlich mit dem Internet und seinen vielfältigen Selbstdarstellungs-, Networking- und Partizipationsmöglichkeiten aufgewachsen ist, um die anspruchsvollen Interessenten und Hausbesitzer von morgen.

Doch die Kommunikations-Realität sieht ganz anders aus: Eine Analyse der Cologne Business School, die Anfang 2009 mit leitenden Angestellten, Vorständen, Geschäftsführern und Firmeninhaben von insgesamt 350 deutschen Unternehmen durchgeführt wurde, ergab, dass Communities, Blogs und Social Networks am häufigsten mit dem Web 2.0 in Verbindung gebracht werden, aber jede fünfte Führungskraft in deutschen Unternehmen noch immer nicht weiß, was sich konkret dahinter verbirgt! Mit 34% wird die Business-Community Xing am meisten für Business Networking, Personensuche oder Bewerberanalyse durch Unternehmensverantwortliche genutzt. Blogs sind für die meisten deutschen Unternehmen nach wie vor kein Thema, rund 12% wissen nicht einmal, was ein Blog ist. 70% der Befragten gaben an, zu wenig über Nutzung, Optionen und Einsatz des Web 2.0 und Social Media zu wissen.

Social Media: Wenig Know-how und Erfahrung, aber viele Ängste in der Immobilienbranche

Hier zeigt sich der wesentliche Nachholbedarf privater und professioneller Nutzung von Social Media: Mangelndes Know-how und fehlende Erfahrung. Aber die gute Nachricht ist: wer nur ein paar einfache Regeln beachtet, kann seine Sichtbarkeit im Web 2.0 deutlich steigern – bei nur geringem Einsatz von Ressourcen und mit überschaubarem Risiko:
1. Starten, orientieren und zuhören: Ohne Zuhören kann kein Gespräch stattfinden.
2. Echtes Interesse zeigen, Sie reden mit Menschen, nicht mit Zielgruppen.
3. Persönlichkeit entwickeln und zeigen – mutig sein und auch die Menschen hinter dem Unternehmen / dem Projekt zeigen.
4. Authentisch und transparent kommunizieren – wer kommuniziert für wen im Web 2.0? Ehrliche Dialoge abseits der Vertriebsbotschaften eignen sich zum Vertrauens- und Beziehungsaufbau.
5. Bringen Sie Mehrwert, nehmen Sie nicht nur, denn kommunikative Beziehungen beruhen immer auf einem gegenseitigen Vorteil.

Junge Immobilienprofis sollten innerhalb ihres Unternehmens sowie für die professionelle Selbst-Darstellung jegliche Präsentation und Kommunikation im Web 2.0 so ernst nehmen wie jede andere Marketing- und Vertriebspublikation. Die „Online Reputation“ wird nicht nur bei Bewerbungen immer wichtiger; auch potenzielle Interessenten/Kunden interessieren sich dafür, mit wem sie es zu tun haben, wenn sie eine Immobilie verkaufen oder kaufen möchten. In Zeiten der Fotohandys sollten angehende Makler wie jeder andere auch daran denken, dass peinliche Schnappschüsse viel schneller auf Twitter oder Facebook verbreitet sind, als gelöscht. Wer dann noch bedenkt, dass Google die Social Media Dienste „liebt“ und weit oben in den Suchergebnislisten rankt, sollte heute noch anfangen, seine Präsenz und seinen Ruf im Web 2.0 so positiv wie möglich zu gestalten und zu promoten.

Googeln Sie sich doch einmal selbst – gefällt Ihnen, was Ihnen angezeigt wird…?

Es wird Zeit für Immobilienmarketing 2.0 und Digitalisierung der Immobilienwirtschaft – oder was meinen Sie?

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.